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19 août 2016 5 19 /08 /août /2016 18:03

Medienmitteilung

Bern, 19. August 2016

Kein wissenschaftlicher Konsens über neue gentechnische Verfahren
Vorsorgeprinzip muss über wirtschaftlichen Interessen stehen

Es gibt keinen wissenschaftlichen Konsens über die Sicherheit der neuen gentechnischen Verfahren. Darüber hinaus fehlen (Langzeit-)Daten zu deren Risiken. Die Akademie der Naturwissenschaften fordert jedoch, dass neue gentechnische Verfahren in der Pflanzenzucht nicht unter das Gentechnikgesetz fallen sollen. Damit würden das Vorsorgeprinzip sowie die Wahlfreiheit der Konsumenten und Konsumentinnen untergraben. CSS fordert, dass die neuen gentechnischen Verfahren vor einer kommerziellen Anwendung einer strengen Risikoprüfung unterzogen werden, wie sie das Gentechnikgesetz vorsieht.

Im Gegensatz zur „alten“ Gentechnik soll es mit den neuen Verfahren, allen voran CRISPR-Cas9, möglich sein, ganz präzise in das Erbgut von Pflanzen einzugreifen. Nachdem man drei Jahrzehnte lang im Bereich der „alten“ Gentechnik mit ungenauen Schrotschussverfahren gearbeitet hat, glaubt man sich jetzt in der Lage, das Erbgut und die Genregulation zielgerichtet, planvoll und ohne erhebliche Nebenwirkungen manipulieren zu können. Wortschöpfungen wie „Genome-Editing“ (übersetzt ungefähr: „gezieltes Umschreiben“ von Genomen) oder „Präzisionszüchtung“ sollen glauben machen, dass man die Ära der Steinzeit-Gentechnik verlassen hat.

Entsprechend weitreichend sind die Erwartungen, was mit Hilfe der neuen Verfahren in der Pflanzenzüchtung alles erreicht werden kann: Von bekannten Zielen wie der Ertragssteigerung, deren Notwendigkeit wie gehabt mit der wachsenden Weltbevölkerung begründet wird, oder der Entwicklung von neuen Resistenzmechanismen gegen Schädlinge oder Pilzerkrankungen, sollen sich nun auch komplexe Eigenschaften wie Trockenheits- oder Hitzetoleranz erzeugen lassen. Eine der neuen GV-Pflanzen, die bereits auf dem Markt ist (der mittels der Oligonukleotid-gerichteten Mutagenese entwickelte Raps der Firma Cibus), zeichnet sich allerdings durch die altbekannte Eigenschaft der Herbizidresistenz aus. Herbizidresistenz als Beitrag zu einer „umweltverträglicheren“ und „nachhaltigen“ Schweizer Landwirtschaft?i

Die Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT) fordert nun, dass die neuen gentechnischen Verfahren nicht unter das Gentechnikgesetz fallen sollen und spricht sich für deren kommerzielle Nutzung in der Schweizer Landwirtschaft aus. Doch entgegen der Aussagen der SCNAT gibt es heute keinen wissenschaftlichen Konsens über die Sicherheit von neuen gentechnischen Verfahren. „Die Funktionsweise von Genen wird heute immer noch nicht ausreichend verstanden. Auch wenn man mit den neuen Verfahren Gensequenzen präziser schneiden- und wieder zusammenfügen kann, jedoch nicht versteht wie und in was man genau eingreift, kann man nicht ausschliessen, dass damit gewisse Risiken verbunden sind“, meint Eva Gelinsky vom Vorstand der Critical Scientists Switzerland (CSS). So gibt es inzwischen verschiedene Studien, die zeigen, dass die eingesetzten Enzyme immer wieder auch an anderen, nicht vorherbestimmten Stellen im Genom schneiden. „Die (vermeintliche) Präzision der Verfahren wird allzu oft mit deren Sicherheit gleichgesetzt“, fügt Gelinsky hinzu. Doch so einfach ist es nicht.

„Gene sind keine linearen Konstruktionsanweisungen, keine Baupläne für Organismen“, so die Agrarökologin und CSS-Vorstandsmitglied Angelika Hilbeck von der ETH Zürich. „Sie erfüllen auch nicht nur eine bestimmte Funktion. Gene sind meistens multifunktional. Wenn man, wie es mit den neuen Verfahren möglich ist, z. B. ein einzelnes Gen stilllegt, weil es mit einer Eigenschaft in Verbindung gebracht wird, die man nicht mehr haben will, muss man damit rechnen, dass noch ein paar andere Dinge ab- oder umgeschaltet werden. Es wird also in ein Netzwerk von rückgekoppelten Prozessen eingegriffen, von dem man nur einen Abschnitt kennt“, so Hilbeck weiter. Mit welchen Folgen? Wie werden sich Pflanzen, die im Labor die gewünschte Eigenschaft aufweisen, in der Umwelt verhalten, in der sie mit einer Vielzahl unterschiedlichster Faktoren interagieren und die selbst in einem ständigen Wandel begriffen ist? Wird die Pflanze ihre neue Eigenschaft über Generationen stabil behalten? Andere, nicht erwünschte Effekte könnten – für Mensch, Tier oder Umwelt – schwerwiegendere Folgen haben: So sind u. a. auch eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit der Pflanze, eine Anreicherung von Giftstoffen oder ein Anstieg von Allergenen möglich. Allein aufgrund des kurzen Er- fahrungszeitraums können noch keine Langzeitdaten über Effekte von neuen gentechnischen Pflanzen für Umwelt und Gesundheit vorliegen. Die genannten Punkte machen deutlich, dass das Vorsorgeprinzip zwingend zur Anwendung kommen sollte. Ohne entsprechende Regulierung, so wie es die SCNAT nun fordert, könnten aus den neuen gentechnischen Verfahren resultierenden Produkte ohne Kennzeichnung auf den Schweizer Äckern und in den Regalen landen. Züchter und Züchterinnen, Landwirte sowie Konsumentinnen und Konsumenten wären nicht nur in ihrer Produktion betroffen, sondern hätten auch keine Möglichkeit mehr selbst zu bestimmen, ob sie diese Produkte kaufen möchten oder nicht.

Auch die juristischen Argumente sollten im Fall der neuen gentechnischen Verfahren berücksichtigt werden: Zwei Rechtsgutachten, „Legal Analysis of the applicability of Directive 2001/18/EC on genome editing technologies“ von Prof. Tade Matthias Spranger, das im Auftrag des Deutschen Bundesamts für Naturschutz (BfN) erstellt wurde, und „Legal questions concerning new methods for changing the genetic conditions in plants“ von Prof. Dr. Ludwig Krämer, kommen zum Schluss, dass die neuen Verfahren unter EU Recht als Gentechnik einzustufen sind.

CSS fordert, dass die neuen gentechnischen Verfahren und die daraus resultierenden Pflanzen vor ihrer Kommerzialisierung unter Anwendung des Vorsorgeprinzips ein Zulassungsverfahren zu durchlaufen haben, das auf einer umfassenden und unabhängigen Risikoprüfung basiert.

Kontakte:

Auf Deutsch: Dr. Eva Gelinsky, Vorstandsmitglied CSS, +41 062 822 81 93, egelinsky@criticalscientists.ch

Auf Französisch: Dr. Luigi D’Andrea, Vorstandsmitglied CSS, +41 077 400 70 43, dandrea@criticalscientists.ch

Mehr Informationen:

Allgemein: http://criticalscientists.ch/en/themes/new-genetic-engineering-techniques

CSS Position zu den neuen gentechnischen Verfahren: http://criticalscientists.ch/images/css/Main_Menu/Themes/New_GE_Techniques/pdf/151012_Position_paper _on_new_genetic_engineering_techniques.pdf

Prof. Dr. Ludwig Krämer (2015): Legal questions concerning new methods for changing the genetic conditions in plants: http://www.testbiotech.org/sites/default/files/Kraemer_Legal%20questions_new%20methods_0.pdf

BfN (2015): Legal Analysis of the applicability of Directive 2001/18/EC on genome editing technologies: http://bfn.de/fileadmin/BfN/agrogentechnik/Dokumente/Legal_analysis_of_genome_editing_technologies.pdf

Mehr zu unerwünschten Effekten der neuen Gentechverfahren:

  • - Slaymaker et al. (2015). Rationally engineered Cas9 nucleases with improved specificity. Science Express. 10.1126/science.aad5227

  • - Do CRISPR enthusiasts have their head in the sand about the safety of gene editing? https://www.statnews.com/2016/07/18/crispr-off-target-effects/

    Erfahrungsgemäß führt der Anbau von herbizidresistenten Pflanzen nicht zu weniger sondern zu mehr Herbizideinsatz (Impacts of genetically engineered crops on pesticide use in the U.S. -- the first sixteen years, Charles M. Benbrook 2012). Es entwickeln sich Resistenzen in den Kultur- und Wildpflanzen. Beim Auftreten herbizidresistenter Unkräuter werden weitere und mehr Herbizide eingesetzt, so dass das Ziel der Reduktion des Herbizideinsatzes nicht erreicht wird (im Gegenteil). Durch den regelmäßigen Einsatz von Herbiziden treten immer wieder Unkräuter auf, die gegen die verschiedensten Wirkstoffe widerstandsfähig sind. Derzeit sind weltweit über 600 Fälle von Herbizidresistenzen gegen verschiedene Wirkstoffe bzw. Wirkmechanismen bekannt.

  • Dossier : Des nouveaux OGM au menu - Inf'OGM n°140, juillet / août Nouveaux OGM mais vieux débats Les paysans bio disent non aux nouveaux OGM Quel encadrement juridique dans l’Union européenne ? Les nouveaux OGM doivent être évalués Vers une extension du brevet sur les semences Biotechnologies : non, tout n’est pas permis ! Le droit de savoir... pour choisir

    « Édition de gène », NBT pour « New Breeding Techniques », Crispr/Cas9 ou mutagénèse dirigée… mais que sont ces nouvelles techniques ?
    Ces nouvelles techniques de sélection - traduction littérale de NBT - sont en réalité des outils de laboratoire pour modifier génétiquement des plantes, des animaux ou des embryons humains. Il s’agit d’intervenir de façon non naturelle, en laboratoire, sur l’ADN de ces organismes vivants pour leur conférer de nouvelles propriétés. En cela, elles répondent notamment à la définition européenne d’un OGM.
    Certes l’industrie, on le verra au cours de ce dossier, espère passer sous silence le caractère « OGM » des produits modifiés avec l’une ou l’autre de ces nombreuses techniques de peur de devoir en évaluer les risques et les étiqueter. Les défenseurs de ces modifications génétiques parlent pourtant de « précisions », de « rapidité »… Quelle maîtrise en avons-nous vraiment ? Qu’en pensent les agriculteurs biologiques ?
    Et à qui profitent ces innovations ? Ces techniques ouvrent en effet la boîte de Pandore des brevets sur le vivant et permettent de privatiser d’importantes ressources génétiques.
    Enfin, ces techniques, extrêmement puissantes, se répandent sur la planète à une vitesse fulgurante, rendant la discussion éthique problématique, faute de temps.

    En 1996, les premiers cargos étasuniens arrivent en Europe remplis de soja transgénique. Associations environnementalistes, syndicats agricoles et une foule de citoyens anonymes se mobilisent et exigent que ces plantes modifiées génétiquement (PGM) soient évaluées et étiquetées. En 2016, les entreprises espèrent commercialiser rapidement de nouveaux OGM... tout en espérant échapper à la législation actuelle sur les OGM, jugée trop contraignante.

    Pour comprendre les implications du développement des nouveaux OGM pour le monde agricole, Inf’OGM a interviewé un représentant de l’agriculture biologique : Daniel Evain, agriculteur bio dans l’Essonne. Cette filière exclut les OGM transgéniques de ses cahiers des charges. Elle est donc exposée à des risques importants si ces nouveaux OGM ne font pas l’objet d’un étiquetage par exemple.

    Les législations - internationale et européenne - définissent un OGM comme étant un organisme dont le génome a été modifié de façon non naturelle. Aussi clair ce cadre soit-il, des rumeurs ont circulé sur la volonté de la Commission européenne d’exclure de la législation OGM certaines des nouvelles techniques.

    Si les plantes issues des nouvelles techniques de modification génétique ne sont pas soumises à la législation sur les OGM, elles ne seront pas évaluées. Pourtant ces modifications génétiques ne sont pas aussi « précises » qu’annoncées par leurs promoteurs.

    Depuis quelques décennies, l’industrie semencière protège juridiquement les variétés qu’elle met au point. Les nouvelles techniques de modification génétique, confisquent, via les brevets, de plus en plus de ressources génétiques. Au point que l’arsenal réglementaire actuel est questionné, non plus seulement par les paysans, mais aussi par certains sélectionneurs qui eux, visent à mieux se partager le gâteau.

    Si Inf’OGM croise différents regards sur le dossier des OGM, nous constatons néanmoins dans ces débats une prépondérance du « scientifique » qui court-circuite la réflexion éthique. Analyse.

    Nous sommes encore bien ignorants face aux impacts potentiels (techniques, juridiques, éthiques, sociaux et culturels) de ces « nouveaux OGM ». Il serait donc très prétentieux de se dédouaner de l’application du principe de précaution.

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